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In Summe ist der DS 7, der mit Eleganz und Extravaganz punkten kann, eine runde, nein eigentlich gerautete Sache

Très Chic

Schon schön, der DS 7 Crossback. Der zum PSA-Konzern gehörige Franzose weiß Außen wie Innen zu gefallen. Den Innenraum dominiert die Raute. Was ästhetisch derart ansprechend ist, muss nicht immer logisch sein.

30.10.2019 von Bruno König

DS 7 BE CHIC BlueHDi 180 EAT8

Motor: 2.0 Liter Diesel

Leistung: 130kw/180PS

Drehmoment: 400 Nm

Beschleunigung: 9,4 von 0-100 km/h

Spitze: 214 km/h

Testverbrauch: 6,6 Liter/100km

CO2 Ausstoß: 128g/km

Spaßfaktor: 7 von 10

Preis: ab 35.390 Euro

Selten war es im SUV schöner. Konzernintern hat man beim französischen Autobauer PSA DS Automobiles als Premiummarke vorgesehen, so wie es etwa auch Toyota mit Lexus macht. Der Name ist einer Modellreihe von Citroën entlehnt, die so kultige Vehikel wie den DS 19 oder DS 21 hervorbrachte, die noch heute als Technik- und Designikonen gelten dürfen. Man erzählt sich, dass Citroën ehedem dieses Kürzel gewählt hatte, weil man es aussprach wie „la déesse“, die Göttin. Und optisch mehr als gelungen ist auch die moderne Interpretation der DS-Philosophie, auch wenn man im Design nicht mehr so viele Freiheiten hat wie einst. Die alten Göttinnen setzten sich mit ihrem hydropneumatischen Fahrwerk, das äußerst komfortabel war, von der Konkurrenz ab.

Davon ist beim Jetzt-DS kaum mehr etwas zu bemerken. Es ist weitestgehend Schluss mit luftig! Unebenheiten wie Kanaldeckel und Querfugen werden gefühlsmäßig relativ ungefiltert an den Fahrer weitergereicht. Dafür ist der Wendekreis überraschend klein.

Vier unterschiedliche Modi für mehr Agilität

Der BlueBlueHDi mit rund 180-Diesel PS transferiert in seinen besten Momenten gute 400 Newtonmeter an Drehmoment auf die Antriebswelle. Dabei entpuppt sich das 8-Gang-Automatikgetriebe leider ein wenig als Spielverderber, weil es sich speziell beim Anfahren die eine oder andere kleine Nachdenkpause gönnt und der Motor recht gut hörbar ist. Der DS 7 wartet mit einem Eco-, Comfort-, Normal- und Sportmodus auf, wobei bei letzterem die Geräuschkulisse deutlich steigt und Fahrwerk und Motor auf höchstmögliche Agilität getrimmt werden.

Natürlich wird aus dem Franzosen derart kein Rennwagen, aber man setzt durchaus einen ersten Fuß an den Rand der Spaßzone. Der Normverbrauch von 4,9 Liter Diesel, der vielleicht im Eco-Modus realistisch ist, wurde im Praxistest erwartungsgemäß überschritten. Das ist jedoch markenübergreifend die Norm. In Sachen Lichttechnik lässt (sich) der DS mit seinen schwenkbaren LED-Lichtmodulen sehen und gesehen werden.

Innenist der DS 7 elegant und extravagant. Die Sitze sind bequem und bieten in schnelleren Kurvenpassagen ausreichend Seitenhalt. Der Touch-Screen gehört mittlerweile zum Standardrepertoire der Autobauer und ist Geschmackssache, weil viele Bedienelemente unter dem Screen per Touch zu betätigen sind und das haptische Feedback fehlt.

Die Verarbeitung und Materialien lassen keinerlei Wünsche offen. Das Bedienungskonzept ist mitunter etwas gewöhnungsbedürftig und komplizierter, als es sein müsste. Dafür kommt man in puncto Ästhetik beim Franzosen voll auf seine Rechnung und ist gewillt, über die eine oder andere Eigenheit hinwegzusehen. In Summe ist der DS 7, der mit Eleganz und Extravaganz punkten kann, eine runde, nein eigentlich gerautete Sache. DS gefällt!