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Der Audi e-tron verwöhnt mit Fahrkomfort und Hightech

Elektro-Thron

Der e-tron von Audi ist das erste in Serie gebaute vollelektrische Fahrzeug der Ingolstädter Premiummarke. Ein stämmiges SUV mit viel Platz, ordentlich Gewicht, aber auch mit guter Reichweite? Wir haben es ausprobiert.

23.08.2019 von Bruno König

Audi e-tron 55 quattro advanced

Motor: elektrischer Allradantrieb

Leistung: 300kW/408PS

Drehmoment: 664 Nm

Beschleunigung: 5,7 von 0-100

Spitze: 200 km/h

Testverbrauch: 28 kWh/100km

Spaßfaktor: 8 von 10 Punkten

Preis: ab 82.000 Euro

Rein optisch ist den Audi-Designern der e-tron schon mal hervorragend gelungen: breit, satt und dynamisch steht das vollelektrische Auto auf seinen schönen 21-Zoll großen Rädern. Das sorgt für Aufsehen, bei uns, aber auch bei zahlreichen Passanten, der e-tron kommt gut an.

Das Innenleben zeigt sich volldigital und wird über zwei große berührungssensible Bildschirme gesteuert. Ist die Zündung aus, zeigen die beiden schwarzen Screens jedoch jeden einzelnen Fingertapper, das ist nicht schön. Sobald sie beleuchtet sind, ist nichts mehr davon zu sehen. Trotzdem, öfter mal drüber wischen ist empfehlenswert.

Volldigitales Innenleben im e-tron

Audi- erfahrene Fahrer werden sich rasch zurecht finden, aber auch sonst ist die Bedienung recht intuitiv, wenn auch nicht blind zu erledigen. Sitze, Materialien und Verarbeitung sind auf einem hohen Niveau, wie man es von Audi halt gewohnt ist. Vier Erwachsene sitzen bequem im e-tron.

Reichweite, oder reicht die Weite?

Nach dem Druck auf den Startknopf, zeigen die Batterien volle Ladung und das Display 360 Kilometer Reichweite. Nicht schlecht, aber nicht unbedingt langstreckentauglich. Deshalb gilt, bei weiteren Fahrten in einem E-Auto, die verfügbaren Ladepunkte stets im Auge zu behalten.

Dass der e-tron satte 2,5 Tonnen wiegt, ist in keiner Sekunde zu spüren. Wieselflink und flott schießt der Audi aus dem Stand nach vorne. Die Beschleunigung ist – wie in jedem Elektroauto – beeindruckend. Die 700 Kilo schweren Akkus liegen gut verteilt am Unterboden des Wagens, weshalb sich der e-tron auch in Kurven recht agil zeigt. Gut, dass beim Bremsen rekuperiert wird, da ist das hohe Gewicht doch deutlich spürbar. Allerdings ist Bremsen in diesem Fall gut, das verlängert die Reichweite.

Apropos Reichweite: den Einsatz der Klimaanlage sollte man bewusst wählen. Da gehen im Sommer schnell 30-40 Kilometer drauf.

Aber je länger man fährt zeigt sich, dass die ursprüngliche Anzeige der Reichweite recht konkret war. Die Anspannung fällt etwas ab, wir werden unser Ziel auch ohne Nachladen erreichen.

Stromtanken kostet nicht nur Zeit

Nach 330 Kilometer ist die Zeit zum Aufladen gekommen. Den e-tron an eine normale Steckdose zu schließen, macht wenig Sinn. Da stehen mehr als 26 Stunden Ladezeit am Display. Bei einer öffentlichen 50-kWh-Station mit freigeschalteter Ladekarte sinds dann „nur“ mehr gut eineinhalb Stunden. Aber was macht man in dieser Zeit?

Die Termine immer nach Ladezeiten zu planen, wird auf Dauer nicht funktionieren. Deshalb geht’s entweder ins nahe gelegene Einkaufszentrum, dem Baumarkt, oder einfach ins Café. Das bedeutet: nicht nur Stromtanken kostet, auch der Zeitvertreib. Letzteres oft mehr als die Ladekosten von durchschnittlich zehn Euro pro Aufladung.

Komfortabler Begleiter

Doch mit der Zeit lernt man damit umzugehen. Das Aufladen und der Besuch im Café werden schnell zur Tradition. Darüber hinaus verwöhnt der große Audi mit viel Fahrkomfort, einer traumhaften Luftfederung und vielen Hightech-Spielereien. Spielen sollte man vielleicht dann auch im Lotto: der Einstiegspreis von 82.000 Euro wird nämlich kaum zu halten sein. Unser Test-e-tron kam auf satte 116.734 Euro. Dafür gibt’s aber ein Traumauto, ein reines Gewissen und neidvolle Blicke der Nachbarn.