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David Stecher, Geschäftsführer Autoland Tirol

Neue Besen kehren gut

Das Autoland ist seit kurzem in neuer Hand. Geschäftsführer David Stecher erläutert die Ausrichtung, setzt bei den Marken auf Kontinuität, in der Dienstleistung auf neue Impulse und will heuer den Anteil der Elektrofahrzeuge auf 10 Prozent heben. eco.nova: Wie wollen Sie das Autoland künftig am Tiroler Markt positionieren, womit soll das Ihr Haus assoziiert werden? […]

12.02.2020 von Marian Kröll

„Jeder, der ans Autoland denkt, soll an Peugeot denken und umgekehrt," David Stecher

Das Autoland ist seit kurzem in neuer Hand. Geschäftsführer David Stecher erläutert die Ausrichtung, setzt bei den Marken auf Kontinuität, in der Dienstleistung auf neue Impulse und will heuer den Anteil der Elektrofahrzeuge auf 10 Prozent heben.

eco.nova: Wie wollen Sie das Autoland künftig am Tiroler Markt positionieren, womit soll das Ihr Haus assoziiert werden?

David Stecher: Wir legen besonders auf eine vertrauensvolle und wertschätzende Kundenbeziehung wert. Als Familienbetrieb ist uns das sehr wichtig. Das Autoland wird Peugeot-Partner Nummer eins im Einzugsgebiet Innsbruck, Innsbruck-Land. Das ist unsere erste, wichtige Mission. Jeder, der ans Autoland denkt, soll an Peugeot denken und umgekehrt. Dafür werden wir sehr viel Wert auf eine partnerschaftliche Strategie mit der Marke legen. 

Wie macht sich diese Herzlichkeit beim Kunden bemerkbar?

In der qualitativ hochstehenden Dienstleistung, persönlicher Betreuung auf Augenhöhe und einem rundum harmonischen Service. Das ist unser Ziel. Wir sind noch nicht ganz dort.

Was halten Sie an der Marke Peugeot für zugkräftig und attraktiv?

Die Stärke von Peugeot zeigt sich ganz klar an der Modellpalette 2020. Wir haben die ersten reinen Elektrofahrzeuge da, etwa den e-208, ab Frühsommer auch den e-2008. Der 3008er und 508er-Hybrid runden das nachhaltige Mobilitätspaket ab. Der Anspruch von Peugeot, sich weiter in Richtung obere Mittelklasse zu entwickeln, spielt uns in die Hände. Mit den Elektrofahrzeugen in dieser Preiskategorie können wir vor allem den urbanen Markt sehr gut bedienen.

„Wir versuchen, unseren Anteil an E-Fahrzeugen – inklusive Hybrid- heuer auf 10 Prozent zu heben“

 

Die Elektromobilität ist seit Jahren schwer angesagt. Das macht sich in den Zulassungsstatistiken erst eingeschränkt bemerkbar, kann aber noch werden. Wie sehen Sie die Zukunft des manchmal fast als obsolet betrachteten Verbrennungsmotors?

Nach wie vor hat der Verbrennungsmotor seinen Platz. Wir werden versuchen, unseren Anteil an Elektrofahrzeugen – inklusive Hybridfahrzeuge – heuer auf 10 Prozent zu heben. Wenn, dann muss das zuerst in einem urbanen Ballungsraum wie Innsbruck funktionieren. Unseren Parkplatz werden wir mit Schnellladestationen ausrüsten, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen werden.

Die Margen im Autohandel sind bekanntermaßen nicht gerade üppig. In welchen Bereichen muss ein modernes Autohaus gut aufgestellt sein, um Geld zu verdienen?

Es geht prinzipiell darum, faire Preise zu machen und mit einem starken Team im After-Sales-Bereich zu punkten. Es ist unser Anspruch, zukünftig ein ganzheitlicher Mobilitätsanbieter zu sein. Angefangen bei individuellen, auf die jeweiligen Fahrprofile und Mobilitätsbedürfnisse der Kunden ausgerichteten Konzepten. Zum Beispiel dadurch, dass der Kunde gewisse Strecken mit einem Elektroauto zurücklegt, weitere Strecken, etwa Urlaubsfahrten, mit einem Verbrenner, den wir zur Verfügung stellen. Peugeot und der PSA-Konzern entwickeln in dieser Hinsicht interessante Konzepte. Man verkauft ein Elektroauto und der Kunde bekommt über eine gewisse Wochenanzahl ein Auto mit Verbrennungsmotor zur Verfügung gestellt. An den Details wird noch gearbeitet.

Das Auto ist nicht mehr im selben Maße wie früher Statussymbol, sondern wird allgemein pragmatischer gesehen. Was heißt das für den Handel?

Das stimmt. Allerdings gibt es einen Faktor, der sich nicht so schnell ändern wird. Die individuelle Mobilität ist komfortabel. Ist man an sie gewöhnt, will man sie nicht missen. Sehr wohl verändern wird sich zukünftig der Modal Split, die Aufteilung der zurückgelegten Kilometer auf verschiedene Verkehrsmittel. Man wird sich gezielter überlegen, welche Strecken man am besten mit welchem Verkehrsmittel zurücklegen kann.

Sie waren unlängst auf der Vienna Autoshow. Welche Eindrücke haben Sie von dort mitgenommen?

Sehr positive. Es ist sehr viel im Laufen, vor allem in Richtung Elektromobilität. Das Minus an Neuzulassungen ist mehr oder weniger kalkuliert, weil manche Hersteller sich dafür rüsten, die Strafzahlungen aufgrund der Flottenverbräuche in den Griff zu bekommen. Das hat dazu geführt, dass man eine weniger aggressive Zulassungsstrategie gefahren ist. Es gibt also einen strategischen, aber auch einen politischen Part. Die Stimmung war nichts desto trotz gut. Unser Partner SsangYong hat den neuen Tivoli dort präsentiert. Das Modell wird erwachsen.

Wer ist der typische SsangYong-Kunde?

SsangYong steht ganz klar unter dem Motto 4×4 und bietet, keine Selbstverständlichkeit, bei vielen Modellen eine Differentialsperre. Bei SsangYong bestens aufgehoben ist der Kunde, der einen Pick-up sucht. Wir können preislich sehr interessante, gut ausgestattete und vorsteuerabzugsfähige Fahrzeuge anbieten, die auch mit guten Nutz- und Anhängelasten überzeugen. Wir richten uns an die Kunden, die einen starken Allrad brauchen. Im Pick-up-Markt ist Bewegung. Den Amarok wird es nicht mehr geben, die X-Klasse wird ebenfalls ausgephast werden, Mitsubishi hat Lieferschwierigkeiten. SsangYong stellt den Anspruch, der koreanische Mercedes zu werden. Das merkt man an der Motoren- und Getriebe-Entwicklungskooperation mit Mercedes. Wir haben ein starkes Zugpferd für dieses Kundensegment, das auf Heavy Duty setzt.

„Mit Ssang Yong richten wir uns an Kunden, die einen starken Allrad brauchen“

 

Bleibt das Autoland-Portfolio in der derzeitigen Form bestehen?

Derzeit haben wir die Marken Peugeot, Citroën, SsangYong und Subaru. In Schwaz führen wir überdies einen Mercedes-Betrieb mit allem was dazugehört: Vertrieb, KFZ-Servicewerkstätte und Unfallinstandsetzung. Das ergibt ein sehr rundes Produktportfolio. Bei uns gibt es für jeden Geschmack und jedes Bedürfnis etwas und wir sind für 2020 sehr gut aufgestellt.