Das Auto- und Mobilitäts-OnlineMagazin
Der Karoq macht überall eine gute Figur
Hochwertige Materialien, saubere Verarbeitung
Scharfe Linien vorne wie hinten
Unterwegs in Sizilien
Infotainment am neuesten Stand

Schluss mit knuffig

Nun ist Schluss mit knuffig, wie es der Yeti von Skoda immer war. Der Nachfolger hört auf den Namen Karoq, ist ein pfiffiges Kompakt-SUV und setzt auf Emotion und Dynamik. Wir durften Skodas jüngsten noch vor Markteinführung-an einem Spätsommertag in Sizilien-ausgiebig erfahren.

20.10.2017 von Bruno König

"Bereits nach wenigen Kilometern fällt mir das komfortable Fahrwerk auf"

Das Segment der kompakten-SUVs explodiert derzeit nahezu und ist das am schnellst wachsende.

Seit Anfang 2016 hat das so genannte „A-Segment“ um rund 25 Prozent zugelegt. Das wird auch noch länger so bleiben, denn allein im VW-Konzern erscheinen fast zeitgleich drei neue Modelle. Dabei haben sich die VW und Co-Leute viel Zeit dafür genommen. Denn einige Hersteller wie etwa Opel, Nissan oder Honda haben schon seit Jahren Mini-SUV in ihrem Produktportfolio. Neben dem Audi Q2 und dem Seat Ateca kommen nun fast zeitgleich drei neue Modelle von Volkswagen, Seat und Skoda (T-Roc, Arona, Karoq).

Mit letzterem-dem brandneuen Karoq- durfte ich noch kurz vor Markteinführung einen Spätsommertag in Sizilien verbringen. An der Südküste war ich mit dem neuen unterwegs, angetrieben wurde das Testfahrzeug vom 1.5 Liter Benziner mit Frontantrieb, 150 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe. Noch vor Fahrantritt begeisterte mich das anspruchsvolle Design des Karoq: kantig, mit scharfen Linien, robuster Funktionalität und harmonischen Formen. Auch der Innenraum begeisterte mich auf Anhieb: Materialien, Qualität und Verarbeitung wie man es eigentlich aus einem Fahrzeug der höheren Klasse erwarten würde. Auf knackigen 4,38 Metern hat Skoda ein wirklich fesches Auto hingestellt. Dank dem großen Radstand bietet der Karoq ein üppiges Raumangebot und punktet zudem mit pfiffigen Features. Etwa das aufgeräumte Cockpit mit Gestensteuerung: intuitiv zu bedienen und glasklar abzulesen. Die Gestensteuerung ist zwar eine nette Spielerei, wirklich brauchen tut sie aber keiner. Vermisst hab ich allerdings einen Drehknopf für die Lautstärken-Regelung. Das geht leider nur mehr über die Touch-Bedienung und lenkt mehr ab. Im zweiten Quartal 2018 bietet Skoda für den Karoq dann ein digitales Cockpit. Damit lassen sich die Anzeigen individuell gestalten und sind mit dem Infotainment verbunden.

Gefallen hat mir natürlich auch die geniale Rücksitzbank „Varioflex“: drei Einzelsitze die sich mehrfach verstellen, umklappen, oder ganz ausbauen lassen. Wer zu viert unterwegs ist kann den mittleren Sitz ausbauen und die zwei äußeren seitlich verschieben. Das schafft deutlich mehr Platz. Die per „Fußwisch“ zu öffnende Heckklappe und die optional elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung ist ebenfalls praktisch. Altbekanntes, wie etwa die herausnehmbare Kofferraumbeleuchtung oder der Eiskratzer im Tankdeckel, bleiben weiterhin erhalten.

Komfort und Spritzigkeit

Bereits nach wenigen Kilometern fällt mir das komfortable Fahrwerk auf. Großzügig federnd schluckt es auch grobe Unebenheiten-die auf süditalienischen Straßen bekanntlich keine Mangelware sind. Dennoch bleibt genügend Straffheit, den sportlichen Charakter des Karoq zu unterstreichen. Die Bremsanlage greift auf den teils engen sizilianischen Kurven bissig zu und bleibt fein dosierbar. Von seiner Schokoladenseite zeigte sich der 1.5 Liter Turbo-Benziner. Stets souverän, überaus leise und besonders spritzig bewegt der Vierzylinder das hübsche SUV. Das maximale Drehmoment von 250 Nm steht bereits ab 1500 Umdrehungen zur Verfügung. Nach meinen ersten 100 Kilometern pendelte sich der Verbrauch bei rund sechs Liter ein.

Neben der getesteten 150 PS-Motorisierung steht ein weiterer Benziner mit 115 PS, sowie drei Diesel mit 115-, 150-, und 190 PS (ab Mitte 2018) zur Auswahl. Der 4×4 Allradantrieb ist mit drei Antrieben kombinierbar, das DSG-Doppelkupplungsgetriebe mit allen. Die Ausstattungsvarianten Ambition und Style sind für den Karoq ab sofort (Markteinführung 20. Oktober) bestellbar. Der Einstiegspreis liegt bei 25.790.- Euro für den 1.0 TSI mit 115 PS. Der etwas einfacher ausgestattete Active kommt zu einem späteren Zeitpunkt.

Gut möglich, dass Skoda mit dem Karoq den Mitbewerb aus dem hauseigenen Konzern aussticht. Eventuell bringt er sogar den aus dem darüber liegenden Segment unter Druck. Das Zeug dazu hat er jedenfalls. Preis, Leistung, Qualität und optischer Auftritt überzeugen.