Das Auto- und Mobilitäts-OnlineMagazin
Der T-Roc will mehr sein als ein Golf mit Aussicht und das ist er auch
Das T steht für Geländemodell und das Roc für rockig und wild
Klassisch und solide, typisch VW eben
Wie es sich für Jugendliche gehört, darf es der T-Roc etwas bunter treiben

Jugend-Stil

Alle wollen SUV. Und weil die Kunden SUV wollen, will auch VW SUV und erweitert seine Palette um den T-Roc, der jugendliche, urbane Käufer im Ziel hat und genau so daher kommt: jung, spritzig, bunt, kompakt, stylish. Wir durften den hoffnungsfrohen Nachwuchs der Wolfsburger in Portugal ausgiebig Testfahren, bevor er ab November auf die Märkte losgelassen wird.

25.10.2017 von Klaus Schebesta

Die heutige SUV-Generation präsentiert sich seidenweich und lifestylish

Während alle anderen Segmente stagnieren, findet im Bereich der kompakten SUV immer noch ordentlich Wachstum statt. SUV ist in und hat sich den Wünschen und Möglichkeiten der Kunden angepasst. Waren SUV früher monströse Treibstofffresser, geben es die Autobauer heute bescheidener. Kleiner, wendiger, sparsamer – aber von der Anmutung immer noch ein SUV.

VW gibt Vollgas im einstigen Revier brachialer Geländewagen, die seinerzeit von Almwirten und Forstaufsehern über Stock und Stein gejagt wurden. Die jetzige SUV-Generation präsentiert sich seidenweich und lifestylish und reicht bei VW vom Tiguan über den Touareg eben bis hin zum T-Roc. Volkswagen ist mit dieser Offensive spät dran – die anderen tummeln sich schon am Markt. Selbst aus der eigenen Familie – Seat mit dem Ateca, Skoda mit dem Karoq und die Konkurrenz sowieso. Aber solange die perfekte SUV-Verkaufswelle rollt, lohnt es sich mitzusurfen.Die Zielgruppe ist klar definiert: jung, urban, vernetzt. Und genau so sieht der Neue aus. Ein VW, der sich ordentlich in den vollen Regalen vorhandener Baugruppen der Wolfsburger bedienen kann, aber optisch völlig eigenständig daher kommt. Er ist eben nicht der siebente Passat oder der achte Golf, die sich nur mehr zaghaft weiterentwickeln dürfen, sondern ein neues Kind. Das trifft ein bisschen auch auf die Maße zu – auch wenn sich das Auto im Echtbetrieb sehr erwachsen anfühlt. Mit 4,23 Metern ist der T-Roc deutlich kürzer als der Tiguan und sogar einen Tick kleiner als der Golf. Wie es sich für Jugendliche gehört, darf es der T-Roc auch bunter treiben als die anderen im grundsoliden VW-Stall. Insgesamt sind es 80 Farbkombinationen, die sich für Individualisten mischen lassen.

Der T-Roc will mehr sein als ein Golf mit Aussicht und das ist er auch. Der urbane SUV hat serienmäßig Allrad, Assistenzsysteme, auf Wunsch Infotainmentsysteme und DSG und bietet in Österreich fünf Motorisierungsvarianten. Geordert werden kann der T-Roc in der Basisversion oder den Linien Style und Sport.Der T-Roc fährt sich auf Portugals flüssig gesteckten Landstraßen, als ob er hier zu Hause wäre. Ist er ja auch: VW produziert den T-Roc für den europäischen Markt im portugiesischen Städtchen Setúbal. Wir fuhren den 150 PS starken TDI, der genau das machte, was man von einem Diesel erwartet. Der Antritt des Neuen ist beherzt, das Fahrwerk erlaubt sich keine Schwächen: Präzise wie ein Zirkel zieht der T-Roc um die Kurven und vermittelt zugleich Komfort und Sicherheit. Je nach Temperament des Besitzers und Beschaffenheit des Asphaltbandes lässt sich zwischen mehreren Fahrmodi wählen, die den Charakter des Wagens der Tagesverfassung des Fahrers anpassen. Es gibt jede Menge Assistenz- und Sicherheitssysteme auf der Höhe der Zeit – nur fahren muss man halt noch selbst. Übrigens SUV: Selbst bei einem Abstecher ins Gelände macht der T-Roc gute Figur. Jetzt werden das die wenigsten heimischen Käufer tun – aber was im Gelände funktioniert, funktioniert auch bei widrigen winterlichen Straßenverhältnissen. Das beruhigt und ist die eigentliche Stärke für Fahrer in alpinen Regionen wie Tirol. Wenn man unbedingt etwas bekriteln will, dann ist das die minder wertige Anmutung des Hartplastiks am Armaturenbrett oder das etwas zögerliche Ansprechverhalten des Automatikgetriebes. Man kann aber auch darüber hinweg sehen und sich der Tugenden des kleinen Wolfsburgers erfreuen.

Warum das Auto eigentlich so heißt? Das T steht für Geländemodelle von VW, die wie der Touareg oder der Tiguan alle mit diesem Buchstaben beginnen. Und das Roc ist ein Kunstwort, in dem die Absicht der Entwickler (rockig, wild) ebenso steckt wie eine leise Anspielung auf das Terrain (rock – der Fels), auf dem SUV genetisch zu Hause sind, auch wenn viele Käufer ihre Heiligtümer niemals über staubige Straßen prügeln würden. Aber-und darin liegt die Faszination: sie könnten es.