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Konsequenter Leichtbau trifft kräftigen Turbomotor
Excellente Fahrmaschine
Sportlicher Innenraum
Alpine A110

Comeback einer Fahrmaschine

Fliegengewicht trifft auf kräftigen Turbomotor: Fahrspaß ist damit vorprogrammiert. Die neue Alpine A110 begeistert mit zahlreichen „A“: Agilität, Antritt, Auftritt und Anschaffungspreis.

02.07.2018 von Bruno König

Der Motor ist eine Wucht- die Agilität genauso

Ich hatte die Ehre, die neue Alpine A110 kürzlich von Wien nach Mariazell und wieder zurück nach Wien zu testen. Eine ausgiebige Runde und eine herrlich kurvenreiche Strecke, die unser Instruktor und ehemaliger Rallyepilot Hannes Danzinger ausgewählt hat.

Zwei nagelneue Alpine A110 im traditionellen Alpine-Blau standen für die Ausfahrt zur Verfügung. Ob jedoch das Wetter von Kommunikationschefin Nora Mautner Markhof und Pressesprecher Patrick Aulehla an diesem Tag so bestellt wurde, konnte nicht bewiesen werden. Jedenfalls schüttete es wie aus Kübeln, den ganzen Tag hindurch. Erste Wolkenlücken gab es erst auf den letzten Kilometern bei der Rückfahrt.

So stand ich dann endlich vor der neuen Alpine und bewunderte ihren gelungenen Auftritt, der viele Erinnerungen an die legendäre A110 aus vergangenen Tagen weckt. Dennoch wirkt die neue Alpine modern und steht satt auf dem Asphalt. Der 1,8 Liter Vierzylinder-Turbomotor kommt aus dem Megane R.S. und leistet in der A110 gute 250 PS. 252 PS um exakt zu sein und ich denke mir: 252 PS in einem Sportwagen hauen mich jetzt nicht unbedingt vom Hocker. Doch das Geheimnis der Alpine steckt – wie schon bei der Vorgängerin – im konsequenten Leichtbau. Nicht mal 1100 Kilo Eigengewicht, das relativiert dann doch wieder einiges. Bevor wir aber loslegen können, erklärt uns Hannes Danzinger noch das (spartanische) Innenleben der Alpine, sowie einige wichtige Funktionen. Ganghebel gibt es beim Doppelkupplungsgetriebe nämlich keinen. Stattdessen drei Druckknöpfe, die zum Teil doppelt belegt sind und ganz wichtig – die Taste im Lenkrad: Damit können die unterschiedlichen Fahrmodi angewählt werden –  Normal, Sport und Track stehen zur Auswahl. Der Sportsitz von Sabelt ist nur in der Länge verschiebbar- das wars dann auch schon.

Der Motor – eine Wucht

Bei strömenden Regen rollen wir mit den zwei Alpine und zwei Megane R.S. gemütlich aus der Stadt. Beeindruckend wie genial man in einem Sitz mit so wenigen Einstellmöglichkeiten sitzt- der passt wie angegossen. Der 1,8 Liter Turbo knurrt im Normalmodus recht gelassen hinter meinem Rücken. Das ändert sich mit einem Tastendruck auf die Einstellung „Sport“ schlagartig. Die Klappen der Auspuffanlage öffnen sich, die Tonlage ist plötzlich eine ganz andere. Der Motor wartet regelrecht darauf, endlich losgelassen zu werden. Das geht dann auch endlich, wenn man die Stadt hinter sich gelassen hat und sich die kurvige Landstraße vor einem auftut. Mit dem ersten Tritt aufs Gaspedal kann man es erst gar nicht glauben. Was bitte war das denn jetzt? Gleich nochmal voll aufs Gas – der Alpine-Motor brüllt auf, schiebt ohne Gnade nach vorne und knallt gleich mehrmals frech aus dem mittig platzierten Auspuffrohr. Jetzt weiß ich wieder: Kilos sind wichtiger als PS. Die Traktion ist­ –­ trotz der nassen Straßen – sensationell und die Alpine frisst gierig jede Kurve. Man bekommt fast das Gefühl sie kriegt nicht genug davon. Die Schaltvorgänge auf den feststehenden Wippen gehen so was von flott – das macht einfach Spaß. Der Grinser geht mir gar nicht mehr aus dem Gesicht, da kanns schütten soviel es will. Bist du narrisch, diese Alpine ist eine Fahrmaschine wie man sie nur selten findet. Trotzdem ist die A110 uneingeschränkt Alltagstauglich. Manchmal bin ich sogar recht froh um die Traktionskontrolle. Das Navi liefert ebenfalls gute Dienste, als ich kurz mal in die falsche Richtung abgebogen bin und auch die Klimaanlage leistete ganze Arbeit, – wenn die Frontscheibe durch den Regen wieder mal anzulaufen drohte. Also doch ganz fein die Komfortdetails aus dem modernen Automobilbau. Der Motor ist allerdings eine Wucht- die Agilität genauso. In nur 4,5 Sekunden stürmt die Alpine auf Tempo 100. Bis zu 250 km/h Spitze sollen möglich sein. Dank ihres Fliegengewichtes soll sie laut Hersteller auch nur rund 6,1 Liter Superbenzin zu sich nehmen.

Top Preis-Leistung

Damit ist die Alpine weit mehr als „nur“ ein Spaßgerät. Kein Wunder also, dass die ersten 1.955 Exemplare einer limitierten Sonderserie nach nur fünf Tagen ausverkauft waren. Aber keine Sorge, es kommen schon bald weitere Alpine-Modelle zu den Händlern. Das Modell „Pure“ startet bereits ab 58.700 Euro, die „Legende“ bei 62.200 Euro. Gemessen am Fahrspaß ein sensationelles Angebot.