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„In einer Krise, in der man sich darauf einstellt, möglicherweise Kunden zu verlieren, dann aber neue dazu gewinnt, war beeindruckend“
„Ab 2020 werden zahlreiche Modelle mit umweltfreundlicher Technik auf den Markt kommen."
„Ich bin überzeugt, dass der Diesel in zehn Jahren noch immer eine Rolle spielen wird.“
„Der Autokauf ist die zweitgrößte Investition nach dem Eigenheim.“
So wird sich Seat-und Skoda nach dem Umbau der VOWA präsentieren

„Das Beeindruckendste meiner Laufbahn“

Die VOWA Innsbruck zählt zu den umsatzstärksten Autohäusern des Landes und hält mit ihren Konzernmarken knapp 38 Prozent Marktanteil. Noch in diesem Jahr investiert der Betrieb rund vier Millionen Euro in die Marken Skoda und Seat. Was Geschäftsführer Erwin Cassar in seiner Laufbahn jedoch am meisten beeindruckt hat, erzählt er im Interview.

27.03.2018 von Bruno König

„Der Autokauf ist die zweitgrößte Investition nach dem Eigenheim", Erwin Cassar-Verbundgeschäftsführer VOWA und Porsche Innsbruck

eco-mobil: Die VOWA Innsbruck steht heuer vor einer großen baulichen Erweiterung. Was genau wird errichtet?

Erwin Cassar: Wir freuen uns sehr, dass wir für unsere jüngeren Marken Skoda und Seat zwei komplett neue Bauten errichten können. Es wird direkt an der Front zur Hallerstraße ein Doppelgebäude-Komplex entstehen, wo beide Marken neue Ausstellungsräume bekommen und für Skoda eine modernste Kundendienstannahme eingerichtet wird – sozusagen ein Zentrum für unsere Seat- und Skoda-Kunden. Der Baustart wird im April erfolgen und wenn alles optimal verläuft, sollte die Eröffnung zum Jahresende 2018 stattfinden können. Eigentlich wollten wir schon früher beginnen, doch die Genehmigungsphase hat mit gut zehn Monaten etwas länger gedauert als angenommen. Es war unser Bestreben, gemeinsam mit dem Innsbrucker Gestaltungsbeirat den Neubau derart zu gestalten, dass dieser auch den neuen Ideen der Stadtgestaltung entspricht. Dabei war zu beachten, dass in unmittelbarer Nähe demnächst ein großes Wohngebiet entsteht, wo Gewerbe und Wohnen näher zusammenrücken. Deshalb sollte der Übergang so attraktiv wie möglich gestaltet werden, was uns ganz gut gelungen ist. An dieser Stelle möchte ich ein großes Lob an die Sachverständigen der Bau- und Feuerpolizei aussprechen, die nicht nur sehr kompetent, sondern auch flott gearbeitet haben.

Was waren die größten Herausforderungen in der Planungsphase?

Es gab viele Herausforderungen, aber die allergrößte war sicher, dass wir den vorhandenen Platz so planen können, dass er für uns wirtschaftlich optimal nutzbar ist, gleichzeitig aber möglichst attraktiv in der Optik und damit den Vorstellungen des Gestaltungsbeirates gerecht wird. Wir benötigen einerseits viel Platz für unsere Autos, die wir klarerweise bestmöglich präsentieren wollen, zum anderen waren bei der Planung die Errichtung von Grünflächen und Baumpflanzungen zu berücksichtigen. Das alles unter einen Hut zu bringen, war nicht ganz einfach. Mit dem Ergebnis sind aber alle Beteiligten zufrieden.

Wie viel wird in die Errichtung des neuen Gebäudekomplexes investiert?

Die jetzige Bauphase ist erst der erste Schritt. Schon in absehbarer Zeit sind weitere Umbauten geplant. So soll etwa auch Audi ein neues Gebäude bekommen. In die aktuelle Baustufe werden wir rund vier Millionen Euro investieren.

Worauf können sich Ihre Kunden nach Fertigstellung des Neubaus freuen?

Unsere Kunden können sich jedenfalls darauf freuen, ein zeitgemäßes, modernes, freundliches und attraktives Ambiente, kombiniert mit einer kundenorientierten Serviceannahme vorzufinden. Zusätzlich werden wir weitere Mitarbeiter für noch mehr Beratungsqualität einstellen. Damit und mit den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung möchten wir ein kundenfreundliches Kauferlebnis schaffen. Man darf nämlich nicht vergessen: Der Autokauf ist immer noch die zweitgrößte Investition nach dem Eigenheim.

Die Dieselthematik ist nach wie vor ein aktuelles Thema. In den Medien steht meist VW im Mittelpunkt. Dennoch ist es Volkswagen auch 2017 wieder gelungen, weltweit größter Automobilbauer zu werden. Welche Auswirkungen hat das Thema auf den Händler und wie läuft das Geschäft im Verbund VOWA und Porsche Innsbruck?

Für uns als Volkswagen-Händler ist es natürlich sehr erfreulich, wenn der Hersteller die weltweite Nummer eins ist. Damit steht eine immense Kraft hinter jedem einzelnen Händler, was uns hilft, die Zukunft abzusichern. Was mich persönlich am meisten begeistert hat, ist, dass durch die Debatte zum Dieselthema unsere Kunden der Marke trotzdem treu geblieben sind. Dass man in einer Krise, in der man sich darauf einstellt, möglicherweise Kunden zu verlieren, noch neue dazu gewinnt, war für mich das beeindruckendste Erlebnis meiner gesamten Laufbahn. Nach 2016 konnten wir auch vergangenes Jahr wieder mehr als 6.000 Autos verkaufen. Vor fünf Jahren konnten wir uns so etwas nicht mal selber vorstellen. In Tirol halten wir mit unseren Konzernmarken knapp 38 Prozent Marktanteil.

Ziehen Sie im Nachhinein auch etwas Positives aus dem VW-Dieselthema?

Das Positive an der ganzen Geschichte ist mit Sicherheit, dass unter der neuen Führung bei Volkswagen die Zeichen der Zeit erkannt wurden. Damit wurde ein enormer Schub bei der Entwicklung alternativer Antriebe gezündet. Ab 2020 werden zahlreiche neue Modelle mit umweltfreundlicher Technik auf den Markt kommen. Dabei wird der Diesel genauso Zukunft haben und die Stärken weiter ausgebaut werden. Optimale Fahrleistungen bei geringstem Verbrauch – das schafft immer noch kein anderer Antrieb. Deshalb bin ich fest überzeugt, dass der Diesel auch in zehn Jahren noch eine Rolle spielen wird. Zwar nicht mehr konkurrenzlos, aber in einem guten Mix mit alternativen Antrieben. Der Kunde kann ganz individuell den effizientesten Antrieb für seinen persönlichen Bedarf wählen. Erdgas hat bei diesem Mix ebenfalls ein große Chance.

Audi war jahrelang im Höhenflug. Die letzte Zeit verliert die Premiummarke allerdings an Boden. Warum ist das so und was tun Sie als großer Händler dagegen?

Audi war über 20 Jahre die Nummer eins am Premiummarkt in Österreich. Dann hat sich ein Wettbewerb entwickelt, der zu einer Rabattschlacht ausgeartet ist, bei der wir einfach nicht mitmachen wollten. Jetzt gehen wir mit Audi aber in die Offensive, indem wir Schlag auf Schlag neue Modelle und attraktive Sondermodelle zu top Preisen anbieten werden. Daneben kommt der A8 in seinem Segment sehr gut an und mit dem A7 starten wir schon demnächst. Parallel bieten wir bereits jetzt zahlreiche Sondermodelle wie einen Audi A1 um nur 17.990 Euro. In Folge kommen Zug um Zug neue Audis auf den Markt. Mit diesen werden wir schon heuer richtig Gas geben.